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Aktuell 2008:

Theatergruppe 2008

„No amoi a Lausbua sei“

Die Theatergruppe des Burschenverein Höslwang spielte in diesem Jahr wieder ein lustiges Theaterstück. „No amoi a Lausbua sei“(Autor: Franz Schaurer), so der Name der Aufführung das von den Höslwangern Theaterspielern in drei Akten gespielt wurde. Zum Stück: Ein in die Jahre gekommener Bauer sehnt sich nach der Zeit der Bubenstreiche zurück. Er hat einfach eine närrische Freude, wenn er es mit Hilfe einer gefundenen Böllerkanone recht krachen lassen kann und dann gemeinsam mit seinem altem Spezl der vor Jahren wegziehen musste vom ganzen Dorf als Erfinder gefeiert wird. Noch einmal jung und unbekümmert zu sein, ein richtiger Lausbua – das ist sein Traum... Den beiden fallen so allerlei weitere Streiche ein, die alle ganz schön in Atem halten.


Geschichte:

Bis zum ersten Weltkrieg verlief das Vereinsleben in geordneten Verhältnissen.
In den Jahren 1914 bis 1918 war jedermann in Sorge um die zahlreichen ins Feld gezogenen Kameraden.
Nach dem Krieg kam erst langsam wieder Leben in den Verein. Es wurden zumeist nur eigene oder kirchliche Veranstaltungen besucht.

Erst ab 1921 passte sich das Vereinsleben langsam wieder an die Zeiten vor dem Krieg an.
Von dieser Zeit an bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges nahm das Vereinsleben einen ruhigen, harmonischen Verlauf. Das Theaterspielen allerdings wurde zur ständigen Einrichtung, alljährlich an Silvester und an Hl. 3 König. Ab 1934 musste dafür aber die Einwilligung beim Bezirksamt Rosenheim eingeholt werden. Der Inhalt der Theaterstücke wurde dort dahingehend geprüft, ob nicht ein Verstoß gegen die geltenden Bestimmungen vorliege.

Bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 wurden viele Mitglieder des Vereins zu den Waffen gerufen.
Während des 2. Weltkrieges kam deshalb das Vereinsleben völlig zum Erliegen.

Mit Verschärfung des sinnlosen Krieges waren dann nur noch wenige Vereinsmitglieder in der Heimat, und sie hatten vor allem die traurige Pflicht, den vielen gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen.

Aber auch beim Burschen- und Krankenunterstützungsverein Höslwang musste das Leben nach dem Krieg weitergehen.
Bereits am 24. Februar 1946 wagte man sich wieder ans Theaterspielen, um mit dem Erlös den Kriegsversehrten bei einer Zusammenkunft im Gasthaus Gehrlein durch eine kleine Aufmerksamkeit wieder neuen Lebensmut zu geben. Diese Versammlung wurde allerdings als unerlaubte Gruppenbildung bezeichnet, und die Verantwortlichen wurden diesbezüglich zur Rechenschaft gezogen (weiteres siehe Chronik).
Durch diese Panne ließen wir uns aber nicht entmutigen, sondern begannen bereits im Herbst mit den Proben für ein richtiges Theaterstück. „Der siebte Bua“ wurde dann im Fasching 1947 aufgeführt und war ein voller Erfolg.“


Theatergruppe 1948 mit dem Stück s´Lenerl vom Königssee

Von links: Schachner Florian, Hell Irmengard, Schachner Konrad, Bichler Cilli, Arnold Georg, Schied Maria, Hell Hermann, Linner Burgl, Schied Martin, Rieplhuber Stefan, Linner Hildegard, Linner Johann.


In den 50er Jahren erlebte das Theaterspielen unter Vorstand Georg Arnold eine Blütezeit. Talentierte Laienspieler machten die Höslwanger Bühne weit über die Gemeindegrenzen hinaus zu einem Begriff volkstümlicher Spielkunst. Man spielte auch in Amerang und Pittenhart. Bald entsprachen die vorhanden Kulissen nicht mehr den spielerischen Leistungen der Höslwanger Mädchen und Burschen. Kurz entschlossen fertigten die Aktiven 1957, unter fachmännischer Anleitung des Vorstandes Hans Gradl, in der Schreinerwerkstatt Schaffner, die nötigen Rahmen für neue Kulissen und bespannten diese mit Leinen. Das recht ansprechende Bühnenbild wurde vom Maler Anzinger, Halfing, gestaltet.

Seit der Gründung der Theatergruppe spielte man traditionell an Silvester und Heilig Drei König. Dieser Rhythmus wurde bis Anfang der 60iger Jahre beibehalten. Die 1. Aufführung war meist mit einer Christbaumversteigerung in der Pause und einem Silvestertanz über Mitternacht hinaus verbunden.

Ab 1963 wurde das Vereinsleben durch den Umbau des Gasthauses Gehrlein in seiner Aktivität sehr stark eingeschränkt.

Durch die Veränderung der Saalbreite und Saalhöhe im Gasthaus Gehrlein entstanden für die spielfreudigen Burschen enorme Probleme die vorhandene Theaterbühne in den neuen Saal zu integrieren.

Bei zunehmenden Fremdenverkehr wurde mit Unterstützung der Hubertus-Schützen anfangs der 70er Jahre das Theaterspielen wieder ins Leben gerufen. Die jungen Leute fühlten sich verpflichtet, einen kulturellen Beitrag für die Freizeitgestaltung der Sommergäste zu leisten. Rasch wurden die technischen Probleme des Bühnenaufbaues gelöst und den vorhandenen Gegebenheiten angepasst. Fast jedes Jahr wird seitdem ein Theaterstück, in drei bis vier Vorstellungen, aufgeführt. Bei Einheimischen wie Sommergästen uns Auswärtigen werden die lustigen Volksstücke begeistert angenommen, wobei der Saal meist bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Großes Engagement zeigte der Verein 1975, als er am 9. August den ersten Heimatabend veranstaltete (Ausführlicher Bericht in der Rubrik Chronik). In einer Pause wurde der Einakter "Der verwechselte Brautwerber" aufgeführt. Als Schauspieler präsentierten sich hervorragend Alfons Kailer, Greti Daxenberger, Paul Arnold, Karl Künzner und Traudi Bichler.

Dieser hervorragend organisierte Abend zeigte, daß auch in einer relativ kleinen Gemeinde möglich ist, mit den vorhandenen Laiengruppen, die recht gute Leistungen boten, eine Veranstaltung dieser Art durchzuführen.

Einen ausführlichen Bericht über die Geschichte des Vereins können Sie unter der Rubrik Chronik nachlesen.

Demnächst werden hier Bilder zu den Theatervorführungen zu sehen sein.

 
   

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