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Chronik
Gründung des Burschen- und Krankenunterstützungsvereins Höslwang 1896
Im Frühjahr 1896 wurde von 17 Burschen aus der Gemeinde Höslwang der „Burschen- und Krankenunterstützungsverein Höslwang“ gegründet. Sein damaliger Hauptzweck war wie der Name schon sagt, die gegenseitige finanzielle Unterstützung seiner Mitglieder im Krankheitsfalle. Es wurden hiermit Aufgaben übernommen, die staatliche Institutionen erst viel später wahrgenommen haben.
Gründungsmitglieder, von links: Baumann Josef (Jackl, Gachensolden); Koch Benno (Almertsham); Linner Lorenz (Staudinger, Sonnering); Hell Johann (Maurer, Sonnering); Huber Richard (Gachensolden); Murner Georg (Loidl, Pickenbach); Hell Benno (Sonnering); Berndl Hans-Georg (Keln, Almertsham); Schied Nikolaus (Himmler, Zunham).

Vorstandschaft, Hinten von links: Linner Georg (Huber, Staudach); Mitterer Heinrich (Hassenhammer, Straß); Furtner Christian (Huber, Obergebertsham); Aß Josef (Mitterer, Zunham); Rauch Philipp (Almertsham); Murner Andreas (Oastock, Unterhöslwang)
Vorne von links: Künzner Vinzenz (Staudach); Rothbucher Georg.
Fahnenweihe 1896
Im Gründungsjahr fand auch die feierliche Weihe der Vereinsfahne statt. Als Schutzpatron des Vereins hatten die Burschen den Heiligen Joseph gewählt. Die gegenseitige Unterstützung in Not hielten sie auf der Fahne mit folgenden Worten fest: „Einigkeit macht stark“. Unter diesem Motto wuchs die Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr. Große Unterstützung erfuhren sie dabei vom Ortspfarrer H:H: Wieshey, der den Zusammenhalt der jungen Männer auf seine Art förderte und den Verein zu einer starken Einheit führte. Die gegenseitige Unterstützung im Krankheitsfall wurde jetzt noch intensiver praktiziert.

Um die Jahrhundertwende wurde ein offizielles Vereinsstatut gedruckt, das erst in den 50er Jahren geändert wurde. Um den steigenden finanziellen Anforderungen (Krankenunterstützung) gerecht zu werden, musste ohne Beitragserhöhung für eine Aufstockung der Vereinskasse gesorgt werden. Unter einfachsten Verhältnissen begann man Theaterstücke aufzuführen. Von den Gemeindebürgern wurde dieses Angebot mit Begeisterung angenommen. überraschend schnell, finanziell unterstützt von einigen Gönnern, konnte eine komplette Theaterbühne mit Kulissen, die bis heute vorhanden sind, in Eigenleistung erstellt werden.
Bis zum ersten Weltkrieg verlief das Vereinsleben in geordneten Verhältnissen. In den Jahren 1914 bis 1918 war jedermann in Sorge um die zahlreichen ins Feld gezogenen Kameraden.
In den Jahren nach dem Krieg kam erst langsam wieder Leben in den Verein. Es wurden zumeist nur eigene oder kirchliche Veranstaltungen besucht.
Erst ab 1921 passte sich das Vereinsleben langsam wieder an die Zeiten vor dem Krieg an. Die Mitgliederversammlungen jedoch waren von nun an durch die beginnende Inflation von Beitragserhöhungen geprägt. So wies die Vereinskasse zum Jahresende 1923 einen Bestand von mehreren Millionen Mark auf.
Von dieser Zeit an bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges nahm das Vereinsleben einen ruhigen, harmonischen Verlauf. Man besuchte Feste von Bruder- und Nachbarvereinen und hielt hie und da eine Tanzveranstaltung ab. Das Theaterspielen allerdings wurde zur ständigen Einrichtung, alljährlich an Silvester und an Hl. 3 König. Ab 1934 musste dafür aber die Einwilligung beim Bezirksamt Rosenheim eingeholt werden. Der Inhalt der Theaterstücke wurde dort dahingehend geprüft, ob nicht ein Verstoß gegen die geltenden Bestimmungen vorliege.
Mit der Fahne und zahlreichen Mitgliedern war der Verein auch bei der Einweihung des Höslwanger Kriegerdenkmals am 2. Juli 1922 dabei. Am 30. Dezember fand über Jahrzehnte hinweg der Burschenjahrtag zum Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Mitglieder statt. Zum 40jährigen Gründungsfest 1936 wurde die Fahne mit Hilfe von Spenden der Mitglieder renoviert und eine Neuauflage der Statuten vorgenommen.
Bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 wurden viele Mitglieder des Vereins zu den Waffen gerufen.
Während des 2. Weltkrieges kam deshalb das Vereinsleben völlig zum Erliegen.
Mit Verschärfung des sinnlosen Krieges waren dann nur noch wenige Vereinsmitglieder in der Heimat, und sie hatten vor allem die traurige Pflicht, den vielen gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen.
Von jetzt an fand alljährlich der Burschenjahrtag zum Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Vereinsmitglieder an Mariä Lichtmess statt. Seit 1975 wird von allen Ortsvereinen ein gemeinsamer Vereinsjahrtag mit Gedenken am Kriegerdenkmal am letzten Sonntag im April begangen.
Aber auch beim Burschen- und Krankenunterstützungsverein Höslwang musste das Leben nach dem Krieg weitergehen.
Bereits am 24. Februar 1946 wagte man sich wieder ans Theaterspielen, um mit dem Erlös den Kriegsversehrten bei einer Zusammenkunft im Gasthaus Gehrlein durch eine kleine Aufmerksamkeit wieder neuen Lebensmut zu geben. Diese Versammlung wurde allerdings als unerlaubte Gruppenbildung bezeichnet, und die Verantwortlichen wurden diesbezüglich zur Rechenschaft gezogen.
Altbürgermeister Stefan Rieplhuber berichtet:

„Am 30. April 1946 kam der Leiter des Gendarmeriepostens Halfing und erklärte, dass er den Schmied (Hell) Hermann und mich nach Rosenheim zur Militärregierung bringen müsse. Den Grund könne er uns nicht nennen, weil es ihm auch nicht mitgeteilt wurde. Wir fuhren alsomit dem von der Polizei eigens gemieteten Auto (sonst hatten sie ja nur Fahrräder) nach Rosenheim zur Amerikanischen Militärregierung im heutigen Finanzamt. Dort wurden wir einem stundenlangen Verhör unterzogen. Vorgeworfen wurde uns unerlaubte Gruppenbildung und übertretung des Versammlungsverbotes.
Wir hatten nämlich im Herbst 1945 den Burschen- und Krankenunterstützungsverein wieder ins Leben gerufen. Der leider viel zu früh verstorbene Schmied Hermann fungierte als Vorstand, und ich war zum Schriftführer gewählt worden. Inzwischen hatten wir ein paar Abende mit Einaktern gestaltet und mit dem Erlös einmal die Höslwanger Kriegsversehrten bewirtet.
Die hohen Militärs waren sichtlich über unsere Unverfrorenheit entrüstet, so kurze Zeit nach dem Krieg, eine in ihren Augen militärische oder gar nazistische Organisation wieder zu gründen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Weiterführung eines Traditionsvereines, der das Kaiser- bzw. Königreich , die Weimarer Republik und das Dritte Reich überlebt hatte, eine unerlaubte und gesetzwidrige Handlung darstellen könnte. An diesem Apriltg 1946 standen sich im Rosenheimer Finanzamt zwei Welten, nicht nur wegen der Sprachschwierigkeiten, völlig verständnislos gegenüber.
Nach Beendigung des Verhörs durch die hohen Offiziere wurde Hermann in das Amtsgefängnis eingeliefert wo er vier Wochen einsaß. Ich durfte mit dem Gendarmeriemeister wieder nach Hause fahren, musste mich aber bis zur Entlassung des Vorstandes, Ende Mai, jeden Tag in Halfing beim Gendarmerieposten gegen Unterschrift melden.
Durch diese Panne ließen wir uns aber nicht entmutigen, sondern begannen bereits im Herbst mit den Proben für ein richtiges Theaterstück, in dem ich die Hauptrolle übernehmen durfte. „Der siebte Bua“ wurde dann im Fasching 1947 aufgeführt und war ein voller Erfolg.“
Von links: Schachner Florian, Hell Irmengard, Schachner Konrad, Bichler Cilli, Arnold Georg, Schied Maria, Hell Hermann, Linner Burgl, Schied Martin, Rieplhuber Stefan, Linner Hildegard, Linner Johann.

Doch ganz reibungslos verliefen auch die folgenden Jahre nicht. So musste der Verein nach der am 20. Juli 1948 durchgeführten Währungsreform finanziell völlig neu beginnen, da der Bestand der Vereinskasse in Reichsmark entwertet worden war.
Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass es sich hier um einen Versicherungsschein auf Gegenseitigkeit (Krankenunterstützungsverein) handelte. So wurden die Jahresberichte über den Rechnungsabschluss für die Geschäftsjahre 1947 bis 1950 vom Bayerischen Landesaufsichtsamt für das Versicherungswesen, München, geprüft, obwohl die Mitgliederversammlung am 21. März 1948 folgenden Beschluss gefasst hatte: „Die Mitglieder beschließen die statutengemäße Krankenunterstützung einzustellen, da der Verein nicht in der Lage ist, die Unterstützung aufrecht zu erhalten.“
Vermutlich genügte dieser Beschluss der Aufsichtsbehörde nicht. Es hätten die Statuten sofort geändert und zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Deshalb folgt ein weiterer Beschluss am 3. Januar 1953 mit folgenden Wortlaut:
„Die Versammlung beschließt, dass
1. die Gewährung der Krankenunterstützung eingestellt wird
2. der Verein in Zukunft nur noch „Burschenverein Höslwang“ heisst
3. im 1.Satz, § 1 der Satzung, die Worte „Krankenunterstützung“ gestrichen werden.“
Mit diesem Beschluss war die Aufsichtsbehörde zufrieden. Der Jahresbericht über den Rechnungsabschluss musste nicht mehr zur Prüfung vorgelegt werden, obwohl die Statuten erst offiziell 1957 geändert wurden.
In den 50er Jahren erlebte das Theaterspielen unter Vorstand Georg Arnold eine Blütezeit. Talentierte Laienspieler machten die Höslwanger Bühne weit über die Gemeindegrenzen hinaus zu einem Begriff volkstümlicher Spielkunst. Man spielte auch in Amerang und Pittenhart. Bald entsprachen die vorhanden Kulissen nicht mehr den spielerischen Leistungen der Höslwanger Mädchen und Burschen. Kurz entschlossen fertigten die Aktiven 1957, unter fachmännischer Anleitung des Vorstandes Hans Gradl, in der Schreinerwerkstatt Schaffner, die nötigen Rahmen für neue Kulissen und bespannten diese mit Leinen. Das recht ansprechende Bühnenbild wurde vom Maler Anzinger, Halfing, gestaltet.
Seit der Gründung der Theatergruppe spielte man traditionell an Silvester und Heilig Drei König. Dieser Rhythmus wurde bis Anfang der 60iger Jahre beibehalten. Die 1. Aufführung war meist mit einer Christbaumversteigerung in der Pause und einem Silvestertanz über Mitternacht hinaus verbunden. Während des Jahres fanden in der Regel zwei Bälle statt.
Der Burschenverein war, wie die anderen Ortsvereine, geschlossen dabei, als der Neupriester Johann Rieplhuber am 9. Juli 1950 mit Tausenden von Gläubigen seine Primiz feierte.
Am 14. Juni 1953 waren die Höslwanger Burschen beim 50jährigen Gründungsfest des Eggstätter Arbeiter- und Krankenunterstützungsvereines als Patenverein stark vertreten.
Am 9. August 1959 beteiligten sich die Burschen zahlreich an der Fahnenweihe der Hubertus-Schützen Höslwang sowie am 28. Juli 1968 an der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Höslwang.
Ab 1963 wurde das Vereinsleben durch den Umbau des Gasthauses Gehrlein in seiner Aktivität sehr stark eingeschränkt. Es konnten nur selten Tanzveranstaltungen durchgeführt werden, die mitunter im alten Saal des Nebengebäudes, das inzwischen abgerissen wurde, stattfanden.
Durch die Veränderung der Saalbreite und Saalhöhe im Gasthaus Gehrlein entstanden für die spielfreudigen Burschen enorme Probleme die vorhandene Theaterbühne in den neuen Saal zu integrieren.
Bei zunehmenden Fremdenverkehr wurde mit Unterstützung der Hubertus-Schützen anfangs der 70er Jahre das Theaterspielen wieder ins Leben gerufen. Die jungen Leute fühlten sich verpflichtet, einen kulturellen Beitrag für die Freizeitgestaltung der Sommergäste zu leisten. Rasch wurden die technischen Probleme des Bühnenaufbaues gelöst und den vorhandenen Gegebenheiten angepasst. Jedes Jahr wird seitdem ein Theaterstück, in drei bis vier Vorstellungen, aufgeführt. Bei Einheimischen wie Sommergästen uns Auswärtigen werden die lustigen Volksstücke begeistert angenommen, wobei der Saal meist bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Neben der Teilnahme an den jährlichen Burschenfesten in- und außerhalb des Gaues sind auch der Mai- und Kirtatanz, die Faschingsbälle sowie die Christbaumversteigerung an Hl. Drei König schon zur Tradition geworden.
Großes Engagement zeigte der Verein 1975, als er am 9. August den ersten Heimatabend veranstaltete. über dessen Verlauf wurde in der Zeitung wie folgt berichtet:
Großer Abend in kleiner Gemeinde
Der erste Heimatabend des Burschenverein Höslwang, ein voller Erfolg
Ein voller Erfolg wurde der erste oberbayerische Heimatabend, den der Burschenverein Höslwang ausrichtete. Viele Zuschauer mussten abgewiesen werden, da der Saal im Gasthaus "Zur schönen Aussicht" sich als zu klein erwies. Lehrer A. Hintermayr, der die ganze Organisation des Abends übernommen hatte, fungierte in seiner spritzig-bayerischen Art als Ansager.
Nachdem die Bichler-Hausmusik, drei Schwestern aus Gebertsham, den Begrüßungsmarsch gekonnt dargeboten hatten, wurden die einheimischen und "zuagroasten" Gäste vom "armen Dorfschulmeisterlein" recht humorvoll begrüßt. Danach trugen die Linner Dirndl aus Halfing in wohlklingender Harmonie zwei altbayerische Lieder vor. Die Vodermeier-Hausmusik aus Eggstätt erfreute die Zuhörer mit sehr exakt gespielten Weisen.
Die Höslwanger Sängerinnen (Gradl, Schachner) sangen das "Chiemgaulied" und "Mein Höslwang", das vor vielen Jahren vom Erbauer des Höslwanger Kriegerdenkmals, dem Traunsteiner Neumeier, komponiert wurde.
Im musikalischen Teil des Abends standen die bekannten Wagner-Buam aus Passau im Mittelpunkt. Mit Ihren kräftigen Stimmen eroberten sie im Nu das Wohlwollen des Publikums. Die neugegründete Hausmusik Bichler erfreute die Gäste mit dem klangreinen "Jakobi-Landler" und andeen Liedern.
Die Eggstätter Plattler führten neben dem "Steirer" viele Trachtentänze und Schuhplattler auf, die das große können dieser Gruppe (Christian Glas) zeigte. Nach den Linner Dirndln folgte der Einakter "Der verwechselte Brautwerber". Als Schauspieler präsentierten sich hervorragend Alfons Kailer, Greti Daxenberger, Paul Arnold, Karl Künzner und Traudi Bichler.
Dieser hervorragend organisierte Abend zeigte, daß auch in einer relativ kleinen Gemeinde möglich ist, mit den vorhandenen Laiengruppen, die recht gute Leistungen boten, eine Veranstaltung dieser Art durchzuführen.

Fahnenweihe 1978
Am 25. Juli 1976 beteiligten sich viele Burschen an der Fahnenweihe des Krieger- und Soldatenvereines Höslwang und am anschließenden Festzug. Am 1. August 1976 feierte die Freiwillige Feuerwehr Höslwang ihr 100-jähriges Gründungsfest. Auch hier nahm der Burschenverein sehr zahlreich teil.
Angeregt durch die Feste der genannten Ortsvereine fassten die Burschen das 80jährige Gründungsfest ihres Vereins ins Auge und man entschloss sich, dafür eine neue Fahne anzuschaffen. Bei der Finanzierung der Fahne wurde der Verein von den Höslwanger Bürgern finanziell kräftig unterstützt. Die Patenschaft übernahm traditionsgemäß der Eggstätter Arbeiter- und Krankenunterstützungsverein, der bei einem gemeinsamen Patenbitten im Gasthaus Gehrlein seinerseits um die Patenschaft beim Höslwanger Burschenverein für sein 75-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe bat und dessen Wunsch von den Höslwangern selbstverständlich entsprochen wurde.
über den Verlauf der Fahneweihe am 23. Juli 1978 in Höslwang wurde im Oberbayerischen Volksblatt folgendes geschrieben:



Maibaum
Nach diesem gelungenem Fest, das allen Aktiven große Anstrengungen abverlangt hatte, befassten sich die Burschen schon wieder mit einem weiteren Vorhaben. Es gelang ihnen bereits 1980, sich den schon lange gehegten Wunsch zu erfüllen, in Höslwang einen Maibaum aufzustellen, wenn auch unter großem finanziellen Aufwand.
Ein großes Verdienst kommt dabei auch dem damaligen Bezirksheimatpfleger Rattelmüler, München, zu, der die Höslwanger bei Ihrem Vorhaben beriet, und auf dessen Vorschlag die Zunftzeichen gewählt wurden.
Die Zeichen wurden aus Aluminium gefertigt und an geschmiedete Traversen montiert. Die künstlerische Gestaltung übernahm Herbert Hunger.
Am 1. Mai 1980 wurde dann der weißblau gestrichene Maibaum mit kräftigem „Hauruck“ und unter Zuhilfenahme von „Schwaiberln“ aufgestellt. Dieser Tradition, den Maibaum nur mit Muskelkraft aufzustellen, ist der Burschenverein bis heute treu geblieben, und so wird seitdem alle vier Jahre ein neuer Maibaum aufgestellt. Nur der dritte Höslwanger Maibaum, von 1988, stand nur zwei Jahre, denn am 12. März 1990 tobte ein gewaltiger Sturm, der so stark war, dass sich die Eisenschienen verbogen und der Baum eine gefährliche Schräglage bekam. Er drohte auf das Gasthaus Gehrlein zu stürzen. In einer Blitzaktion wurde der Maibaum mit Seilen gesichert und am nächsten Tag umgelegt.
Im nächsten Jahr wurde ein neues Fundament gebaut (20m3 Beton und doppelt verstärkte Eisenschienen), das so ausgelegt wurde, dass es den am 1. Mai 91 zum erstenmal in Höslwang aufgestellten stärksten Maibaum Bayerns aushielt. Der Nachfolger dieses Baumes, hat gleich zwei Rekorde gebrochen. Er war wiederum der stärkste Bayerns (größtes Volumen) und wohl der am weitesten fortgestohlene, nämlich ins ca. 100km entfernte Finsing bei Erding.
Am 1. Mai 2000 wurde ein weiterer Rekordbaum mit Hilfe der Vogthareuter Diebe aufgestellt.
Mit den sehr gelungenen Zunftzeichen, die 2000 renoviert wurden, prägt der Maibaum das Dorfbild von Höslwang ganz entscheidend und ist daraus nicht mehr wegzudenken.
Der Baum für das Jahr 2004 wurde bereits im Dez. 2002 geschlagen. Bereits Ende Mai 2003 wurde dieser
das 1.mal gestohlen. Im Juli zum 2.mal.

90-jähriges Gründungsfest
Im Jahr 1987 feierte der Burschenverein Höslwang sein 90jähriges Gründungsfest mit einer Festwoche vom 22.07 bis zum 26.07. Der Höhepunkt der Woche war mit Sicherheit der Festsonntag an dem zusammen mit dem Gründungsfest auch das Gaufest gegangen wurde. Mit ca. 60 Vereinen einschließlich der Ortsvereine feierten die Höslwanger Burschen Ihr Jubiläum. Wegen der schlechten Witterung am Vormittag war der Festgottesdienst, den Ortspfarrer Josef Huber zelebrierte, im Festzelt. Als am Nachmittag dann doch noch die Sonne schien, wurde der Festzug durch Höslwang nachgeholt. Ein großer Festball am Abend, an dem eine Sau und ein Goasbock verlost wurden, bildete den Ausklang.

Stadlfest
Zwei Jahre nach dem großen Fest rief der Burschenverein unter Vorstand Georg Buchner eine neue jährliche Veranstaltung neben dem Theaterspielen ins Leben:
Das „Stadlfest“- eine Attraktion keinesgleichen.
Am 16. Juni 1989 wurde das Stadlfest in Unterhöslwang zum ersten Mal veranstaltet. Dazu wurde der neugebaute Stadl des Falter von Unterhöslwang ausgeräumt, die Rückwand mit dem Burschenwappen bemalt und alte Gerätschaften, darunter ein alter Kastenwagen, aufgehängt. Das erste Stadlfest war ein so großer Erfolg, dass man beschloss, es zukünftig jedes Jahr und zweitägig durchzuführen.
Im Laufe der letzten Jahre wurde das Fest weiter ausgebaut und erweitert. Es wurden die „Wahnsinnsbar“ mit den Riesen-Eigenbau-Lüftern, Die Saudrogbar, die große Schänke, das Eingangshäuserl, Pavillon und vieles mehr in ungezählten Stunden von den Burschen im Lauf der Jahre geschaffen. Inzwischen muss bereits 3 Wochen vor Festbeginn der Aufbau beginnen. Das Stadlfest ist mittlerweile weit über die Landkreisgrenzen bekannt. Das jeweils am Freitag stattfindende Bierfest, bei dem früher zwei moderne Bands im Stadl und Heute eine moderne Band im Stadl und ein Disco-Team im zusätzlichen Zelt spielen, ist besonders bei den jungen Leuten sehr beliebt. Das etwas ruhigere Weinfest am darauffolgenden Tag ist das von der mittleren Generation bevorzugte Fest.
Wir möchten an dieser Stelle Hermann und Ingrid nochmals einen großen Dank aussprechen.

Hochzeitsbäume
Am 21.03.1994 wurde ein alter Brauch von den Burschen neu belebt; dem Wirtsehepaar Hans und Birgit Gehrlein wurde ein Hochzeitsbaum aufgestellt. Der Baum, der am Vortag umgeschnitten wurde, ist in ein ca. 2m tiefes Loch gestellt worden. Wie alle Höslwanger Bäume, wurde er mit Schwaiberl und Manneskraft aufgestellt. Nach der Prozedur wurde das Ereignis von allen Beteiligten mit einer Brotzeit und Freibier vom Wirt gefeiert.
Seitdem wurden für folgende Paare Hochzeitsbäume aufgestellt:
- Georg und Angelika Buchner (Moyer, Unterhöslwang)
- Andreas und Martina Murner (Oastock, Unterhöslwang)
- Felix und Margarete Hell (Maurer, Sonnering)
- Stefan und Sandra Blank (Hausschneider, Obergebertsham)
- Thomas und Regina Maier (Roller, Radl)

100-jähriges Gründungsfest 1996
Für das 100jährige Gründungsfest zogen die Burschen am 08. März 1996 mit einem Leiterwagerl voll Bier als Verpflegung zu Fuß nach Eggstätt, um beim Arbeiter- und Krankenunterstützungsverein um die Patenschaft zu bitten. Die Eggstätter stellten sich am Anfang etwas unverständlich und überrascht über den Besuch aus der Nachbargemeinde. Nachdem die Höslwanger ihr Anliegen klargelegt hatten, mussten eine Abordnung des Burschenvereins und der Bürgermeister auf einem Holzscheit niederknien und während einer Maß Bier anständig um die Patenschaft bitten. Der Eggstätter Arbeiter- und Krankenunterstützungsverein übernahm die Patenschaft, was dann noch mit Freibier gefeiert wurde.
Vom 31.07. bis 04.08, sowie am 12.08.1996 wurde dann das 100jährige Gründungsfest des Burschenverein Höslwang in Verbindung mit dem Gaufest gefeiert. Gemeinsam mit dem Schützenverein Hubertus Höslwang, der die darauffolgende Woche das 100jährige bestehen feiern konnte, stellten die Burschen ein Festzelt auf. Es wurde wieder ein unvergessliches Fest. Zum Bieranstich am 31.07. konnten wir 1100 Besucher begrüßen, die sich von den Jetzendorfern Hinterhofmusikanten unterhalten liesen. Am Freitag den 02.08. konnten wir unserem Publikum dann die „Spider Murphy Gang“ präsentieren. Das ganze Zelt stand auf Bänken und Tischen. Es war eine unbeschreibliche Stimmung. Der Festabend wurde von den Heldensteiner Buam begleitet. Am Sonntag wurde dann das Jubiläum unseres Vereins mit dem Gaufest gefeiert. Pfarrer Josef Wallner zelebrierte bei Sonnenschein den Festgottesdienst und wir konnten gleich anschließend Festzug bei wunderschönem Wetter begehen. Zum Ausklang des Festsonntages spielte die Gruppe „Bitter Lemon“.
Am 12.08. ließen wir zusammen mit dem Schützenverein mit einem Kesselfleischessen die beiden Festwochen ausklingen.

Burschenverein wird e.V.
Bei der Jahreshauptversammlung am 11.01.1998 stimmten die Mitglieder über die Eintragung des Burschenvereins ins Vereinsregister ab. Dazu wurden in den Statuten die Traditions- und Brauchtumspflege, sowie die Gemeinnützigkeit festgeschrieben. Außerdem haftet der Verein nur noch mit dem Vereinsvermögen und nicht mehr mit dem Vermögen seiner Mitglieder. Die Statutenänderungen und die Eintragungen ins Vereinsregister wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen.
Der Burschenverein führt seitdem die Bezeichnung „Burschenverein Höslwang e.V.

Schnagglbierparty
Am 21.02.1998 wurde eine neue Party ins Leben gerufen, die „Schnagglbierparty“.
Beim Binda in Zunham wurde hierfür extra die Halle ausgeräumt, eine sehr lange Bar (70m) eingebaut und die Räumlichkeiten mit Holzschwarten abgetrennt. Das Bier wurde, wie es der Partyname schon verrät in Bügelverschlussflaschen verkauft. Die Stahlträger wurden extra Blau angemalt und mit dem Schriftzug „Burschenverein Höslwang“ versehen.
Das Fest fand so großen Anklang, do dass wir beschlossen es am letzten Freitag vor dem Rosenheimer Herbstfest nochmals zu veranstalten. Seitdem findet die Schnagglbierparty jedes Jahr an diesem Freitag statt. über den Stahlträgern wurden Motorräder zur Dekoration abgestellt. Zu Werbezwecken wurde eine große Werbetafel auf einen alten Opel Kadett geschraubt, der dann „Schnaggl-Mobil“ genannt wurde. Nach und nach wurde auch zu diesem Fest einiges hinzu gebaut. 2001 war zumindest beim Binda die letzte „Schnagglbierparty“. Hierfür möchten wir nochmals einen großen Dank aussprechen. Die Schnagglbierparty wird aber auch weiterhin stattfinden. Dafür sind wir immer noch auf der Suche nach einem geeignetem Ort. Als Ersatz gab es 2002 eine Zwicklparty, wo wir für jedes Getränk nur 2 Euro verlangten.

Gedenkkapelle für die verstorbenen Mitglieder
Bereits seit einigen Jahren liegt es dem Verein am Herzen, eine Gedenkkapelle für die verstorbenen Mitglieder zu errichten. Aufgrund eines Angebotes von Georg Buchner auf seinem Grund dieses Vorhaben zu ermöglichen, werden wir dies im Jahr 2002 umsetzen. Die Kapelle wird in der "Goaßwies" bei Unterhöslwang entstehen.
Nach einer kleinen Planänderung durch das Landratsamt wurde der Bau im Mai 2002 genehmigt. Der Spatenstich wurde am 08.Juni, ganz modern, mit einem Minibagger durchgeführt.
Unter der Federführung von "Baumeister" Andreas Hilger wurde mit dem Rohbau begonnen. Dieser mit seinen ganzen Wölbungen sicherlich auffällige Bau zog auch viele Bewunderer an, die sich dann die Arbeiten "Live" mit ansahen.
Parallel dazu haben unsere Holzfacharbeiter beim Moyer in Unterhöslwang mit dem pressen der Leimbinder begonnen. Hierführ wurde eigens eine Hydraulikpresse gebaut. Unter der Aufsicht von unserem Dachstuhlkonstrukteur Bernhard Kailer wurden die Leimbinder dann weiterbearbeitet und in Dielstein beim Zweng zusammengebaut. Ende Oktober waren dann der Rohbau und die Dachkonstruktion fertig. Unter Anleitung und Hilfe von Sebastian Schachner und Josef Siferlinger wurde die Dachkuppel dann beim Binder in Zunham eingeblecht. Der Zwiebelturm wurde uns dann von der Feuerwehr gestohlen und am 23.Dezember zurückgebracht, wo dann auch die Kuppel auf den Rohbau gesetzt werden konnte.
Es sind so viele zahlreiche Helfer und Gönner, dass es hier länger dauern würde, alle aufzuzählen. An dieser Stelle möchten wir hierfür nochmals einen ganz großen Dank aussprechen.

Paten und Patenschaft
Unser Pate:
Arbeiterverein Eggstätt.
Wir sind Pate beim:
Burschenverein Eggstätt,
Arbeiterverein Eggstätt,
Kath. Burschenverein Pittenhart.

Schlusswort
Am Schluss der Chronik sei nochmals auf das Theaterspielen verwiesen. Seit fast 100 Jahren zieht sich das Laienspiel wie ein roter Faden, fast ohne Unterbrechung, durch die Geschichte des Burschenvereins Höslwang. Erfahrene Theaterspieler, die sich immer wieder mit Nachwuchskräften vermischten, sind die beste Garantie, dass das Höslwanger Laientheater auch in Zukunft Bestand hat. änderte sich auch der Geschmack des Publikums durch die Jahre, geblieben ist die echte Freude am Spiel, gleichzeitig verbunden mit Mundartpflege. Der Beifall ist der schönste Lohn für die Mühen der Mitwirkenden und zugleich Ansporn, die älteste Veranstaltung des Burschenverein zu erhalten und immer wieder mit neuem Leben zu erfüllen.
Quellen:
- Hr. Hintermayr Andreas, Höslwang
- und die Schriftführer des Burschenverein Höslwang e.V.
Noch eine Bitte:
Sollte jemand noch ältere Schriftstücke, Zeitungsartikel, Mitgliederlisten, Fotos oder besondere Geschichten über den Burschenverein Zuhause haben, würden wir uns sehr freuen, wenn wir hier Informationen darüber erhalten. Wir benötigen nur Kopien, damit sich keiner Sorgen um seine Originale machen muss.
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